Autor: Frank Eichelmann Geschäftsführer bei Pro BoutiquenFonds
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Die Flut hebt alle Boote – manche mehr als andere

Gastautor: Frank Eichelmann, Geschäftsführer Pro BoutiquenFonds

Das Geschäftsjahr 2024 war für unabhängige Vermögensverwalter in Deutschland das stärkste seit Jahren. Die Netto-Provisionserträge der Branche stiegen um 45,8 Prozent auf 2,578 Milliarden Euro – erstmals überschritten sie die Zweieinhalb-Milliarden-Schwelle. Das verwaltete Vermögen kletterte auf 442,8 Milliarden Euro. Der Marktanteil unabhängiger Verwalter hat sich in zehn Jahren von 2,5 auf 4,64 Prozent fast verdoppelt.

Gute Zahlen. Aber wer den PBF Monitor 2026 aufmerksam liest, erkennt: Der Aufschwung verteilt sich sehr ungleich.

Konzentration beschleunigt sich

Flossbach von Storch vereint 30,6 Prozent aller Netto-Provisionserträge auf sich – historischer Höchstwert, nach einem Ertragswachstum von 74,9 Prozent innerhalb eines Jahres. Die 100 größten Gesellschaften kontrollieren 84,5 Prozent des Marktes (2023: 80,7 Prozent). Wer zu den Top-100 gehört, profitiert überproportional. Wer nicht dazugehört, kämpft um den verbleibenden Rest.

Die Anbieterzahl schrumpft: Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 waren in Deutschland noch 450 unabhängige Vermögensverwalter lizenziert – Tiefstand seit 2014. Im Jahr 2023 waren es noch 491. Elf Neuzulassungen standen 21 Lizenzrückgaben gegenüber.

Die Nachfolgelücke wächst

77 Prozent der Geschäftsleiter sind über 50 Jahre alt. 39,5 Prozent haben das 60. Lebensjahr überschritten. Auf der anderen Seite: Nur 4,5 Prozent der Geschäftsleiter sind unter 40.

Diese Zahlen beschreiben kein abstraktes Branchenproblem. Sie zeigen, wie viele Häuser in den kommenden Jahren eine Antwort auf die Nachfolgefrage brauchen – und wie wenige sie schon haben. Häuser ohne klare Lösung werden zur Zielscheibe von Private-Equity-Plattformen, die andere Interessen verfolgen als der bisherige Eigentümer.

Was der Monitor misst – und was nicht

Der PBF Monitor 2026 analysiert erstmals 430 Lageberichte mit KI-Unterstützung und wertet B2B- und B2C-Geschäftsmodelle als eigenständige Dimension aus. Neu: der Datenpunkt Rückstellungen für allgemeine Bankrisiken als Indikator für Risikopolitik.

Was der Monitor nicht abbildet: individuelle strategische Entscheidungen. Ob ein Haus wächst, stagniert oder unter Druck gerät, hängt von Faktoren ab, die in keiner Bilanz stehen – Nachfolgeregelung, Mandantenstruktur, Spezialisierungsgrad.

Für Häuser, die jetzt ehrlich hinschauen wollen

Der Aufschwung 2024 hat vielen geholfen. Strukturelle Schwächen wurden dabei oft verdeckt, nicht beseitigt. Für Häuser, die von der Branchenkonjunktur profitiert haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine ehrliche Einschätzung: Wie stark sind wir wirklich – gemessen an Resilienz, Profitabilität und Nachfolgefähigkeit?

Der PBF Strength Score, Teil des jährlichen Monitor-Berichts, liefert dafür eine objektive Grundlage: 20 Kriterien über vier Dimensionen – Unternehmenserfolg, Krisenresilienz, Marktposition, Transparenz. Die Top-25-Platzierten können das PBF Strength-Siegel erhalten.

Der vollständige PBF Monitor 2026 kann bei der Pro BoutiquenFonds GmbH bezogen werden (eichelmann@boutiquenfonds.de)

Frank Eichelmann ist Geschäftsführer bei Pro BoutiquenFonds, Frankfurt. Das Unternehmen begleitet unabhängige Vermögensverwalter bei Positionierung, Vertrieb und strategischer Nachfolge.

Autor: Frank Eichelmann Geschäftsführer bei Pro BoutiquenFonds

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