DEPOTBANKENUMFRAGE 2026: EIN MIX AUS HOHER ZUFRIEDENHEIT – HERAUSFORDERUNGEN IN TECHNIK & VERSTÄNDNIS
Zu Jahresbeginn 2026 bewerteten Vermögensverwalter und Private Banker wieder Ihre Depotbanken
Wir geben Ihnen bei der Auswertung der Umfrage zur Zufriedenheit mit Depotbanken einen Überblick wie sich die Teilnehmenden aufteilen und auf wie viele Depotbanken sich das Geschäft einzelner Vermögensverwalter verteilt.
Insgesamt steig die Zufriedenheit mit Depotbanken gegenüber den letzten Trends wieder an:

Die Aufteilung der Teilnehmer zeigt sich wie folgt:

Teilnehmer der Umfrage haben eine durchschnittlich lange Erfahrung im Geschäft der Geldanlage:

Kaum ein Vermögensverwalter nutzt nur eine Depotbank:

Wir haben die Auswertung in 3 Kategorien getrennt voneinander vorgenommen, mit dem Ziel Transparenz zu schaffen.
Bewertet wurden
- Kategorie A: Depotbanken mit Konto- und Depotführung in Deutschland,
- Kategorie B: Depotbanken mit Konto- und Depotführung in der Schweiz und
- Kategorie C: Fondsdepotbanken.
Erkenntnisse aus den Umfragen zeigen hohe Zufriedenheit ist nicht gleich Begeisterung
Die erste Erkenntnis aus der Analyse der Umfrageergebnisse ist, dass die Durchschnittsnoten einzelner Banken keine Auskünfte über Einzelthemen liefern. Befragte Vermögensverwaltungen, Anlageberatungen und Family Offices wissen sehr genau zu differenzieren, was wichtig ist und welche Herausforderungen auch Depotbanken haben.
Vier zentrale Erkenntnisse lassen sich aus den Rückmeldungen klar ableiten:
- Vermögensverwalter und Family Offices gehören zu den anspruchsvollsten Kundengruppen im Finanzmarkt.
- Hohe Zufriedenheit bedeutet in Deutschland noch lange keine Begeisterung.
- Die Branche differenziert präziser, denn je zwischen Service, Leistung und echter Kundenorientierung.
- Die Qualitäts- und Zufriedenheitswerte einzelner Depotbanken gehen nach wie vor auseinander.
Die Zufriedenheit mit den Depotbanken ist insgesamt leicht gestiegen: Rund 90 % der Teilnehmenden geben an, zumindest grundsätzlich zufrieden zu sein. Etwa 31 % zeigen sich zufrieden, weitere 60 % sogar sehr zufrieden mit ihrer Depotbank – auf den ersten Blick ein beeindruckender Wert.
Doch die Detailanalyse zeigt: Hinter dem Durchschnitt verbergen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Instituten. Wirklich begeistert sind lediglich 7 % der Befragten. Die Kommentare machen klar, dass hier weiterhin Potenzial nach oben besteht. Eine Rückmeldung bringt es auf den Punkt: „Wie soll ich meinen Kunden die Depotbank näherbringen, wenn ich selbst noch nicht überzeugt bin?“
Vermögensverwalter zufriedenzustellen ist anspruchsvoll – sie nachhaltig zu begeistern ein fortlaufender Prozess. Das gelingt nur, wenn Service, Technik und Betreuung kontinuierlich weiterentwickelt und konsequent an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer angepasst werden. Viele Häuser kennen die internen Hürden gut: Regulatorische Anforderungen, technologische Erneuerung, Schnittstellenmanagement und digitale Transformation zählen zu den größten Herausforderungen.
Die Branche zeigt sich daher insgesamt geduldig, wenn technische Übergangsphasen Zeit benötigen oder Services noch nicht vollständig ausgereift sind – vorausgesetzt, der Weg der Verbesserung ist klar, transparent und spürbar kommuniziert.
Auffällig sind jedoch die Hinweise auf teils erhebliche Defizite in der Kundenbetreuung sowie ein mangelndes Verständnis für die Bedürfnisse der Vermögensverwalter. Gerade der Servicegedanke gegenüber Endkunden, der für viele Vermögensverwalter zentral ist, scheint bei einigen Depotbanken noch nicht in der nötigen Tiefe verankert.
Kategorie A: Depotbanken mit Konto- und Depotführung in Deutschland:
Unter den Depotbanken mit deutscher Depotführung setzt sich – wie bereits in den beiden vorangegangenen Befragungen – erneut die V-Bank AG an die Spitze. Auf Platz zwei folgt mit einigem Abstand die Bethmann Bank, die im Laufe des Jahres mit HAL Hauck Aufhäuser Lampe fusionieren wird. Den dritten Rang teilen sich Donner & Reuschel sowie die DAB BNP Paribas; letztere konnte ihre Bewertungen im Vergleich zur letzten Befragung spürbar verbessern.

Welche Depotbanken bei Vermögensprofis Begeisterung erzeugen ist klar verteilt, floss aber nur minimal in die Gesamtbewertung ein:

Wichtig auch die Frage nach der Motivation eine Bank weiterzuempfehlen, auch in diesem Punkt gibt es deutliche Varianzen zwischen den Depotbanken.

Folgende Sternebewertung haben die Depotbanken durchschnittlich erhalten:

Wir wollten von den Teilnehmenden genau wissen, warum sie ihre Depotbanken so bewertet haben – und haben entsprechend differenziert nachgefragt.
V-Bank AG: Gesamtsiegerin mit klaren Stärken
Die Münchener V‑Bank AG überzeugt als Gesamtsiegerin besonders in Kundenbetreuung, Zuverlässigkeit, Wertpapierordering, Preispolitik und mit einem breiten Seminarangebot. Bei den Entwicklungsthemen zeigen die Rückmeldungen, dass Vermögensverwaltungen genau unterscheiden, ob Probleme strukturell sind oder lediglich aus technischer Weiterentwicklung entstehen. Technik und Endkundenportal wurden als wichtigste Potenziale genannt.
Die V‑Bank kündigt für dieses Jahr weitere technische Verbesserungen an und zeigt sich nach anfänglichen IT‑Herausforderungen optimistisch. Mehr dazu – exklusiv im Interview mit Vorstand Florian Grenzebach – dieses finden Sie in unserer Sonderausgabe zur Auszeichnung „Beste Depotbank“.
Glückwunsch an die V‑Bank AG zur erneuten Spitzenposition auch in 2026.
Bethmann Bank: Stark im Service, Aufholbedarf in der Technik
Die zweitplatzierte Bethmann Bank punktet mit Kundenbetreuung, Zuverlässigkeit, Preispolitik und aktuellen Informationen. Beim Thema Technik besteht Nachholbedarf. Mit dem Zusammenschluss mit Hauck Aufhäuser Lampe sollen moderne Orderwege und aktualisierte Zugangsportale folgen. Über die Fortschritte berichten wir in der Sommer- oder Herbstausgabe.
Geteilter dritter Platz:
DAB BNP Paribas: Technisch stark, Kundennähe mit Luft nach oben
Die DAB BNP Paribas hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert und sich damit ebenfalls auf den dritten Platz in der Gesamtzufriedenheit vorgearbeitet. Gelobt werden insbesondere Technik, Wertpapierordering, Preispolitik und aktuelle Informationen. In den Kommentaren hervorgehoben wurden außerdem die Systemstabilität, Realtimekurse und das Analysetool. Die Herausforderungen liegen weniger im technischen Bereich, sondern vielmehr bei Kundennähe und Service: Kritikpunkte betreffen das Endkundenportal, die Kundenbetreuung, fehlendes Kundenverständnis sowie zu lange Bearbeitungszeiten. Positiv: Die DAB hat bereits signalisiert, an genau diesen Punkten aktiv zu arbeiten. Wir bleiben dran und berichten zeitnah über konkrete Erfolge.
Donner Reuschel: Starke Leistungen, geringe Bewertungszahl
Donner & Reuschel, ebenfalls auf Platz drei, überzeugt bei WP‑Ordering, Kundenbetreuung, Zuverlässigkeit, Technik und Innovation. Kaum relevante Verbesserungspunkte wurden genannt – lediglich aktuelle Informationen und Seminarangebote. Die geringe Anzahl an Bewertungen sollte jedoch berücksichtigt werden.
ODDO BHF: Wenig Bewertungen, aber positive Eindrücke
Platz fünf geht an ODDO BHF. Zwar war die Zahl der Bewertungen überschaubar, diese fielen jedoch überwiegend positiv aus. Besonders überzeugen konnten Kundenbetreuung, Zuverlässigkeit und das Endkundenportal.
Als größtes Entwicklungspotenzial wurde der Wunsch nach technischer Weiterentwicklung genannt – insbesondere nach einer direkten Orderfunktion für Vermögensverwalter anstelle telefonischer Orderübermittlung.
Kategorie B: Depotbanken mit Konto- und Depotführung in der Schweiz:
Bei den Depotbanken mit Konto- und Depotführung in der Schweiz gibt es eine klare Gewinnerin es ist die St. Galler Kantonalbank vor der Zweitplatzierten UBS.
Bei der St. Galler Kantonalbank gibt es eigentlich nur einen Kritikpunkt der als Verbesserungspotential deutlich genannt wurde und das ist die Preispolitik der Schweizer. Die Bank überzeugt mit einer enorm hohen Zustimmung bei der Kundenbetreuung und der Zuverlässigkeit, kann aber auch im Wertpapierordering glänzen.
Keine andere Bank hate eine so hohe Begeisterungsquote wie die St. Galler Kantonalbank mit 35% der Teilnehmenden Vermögensverwalter.
Die UBS überzeugt ebenfalls in der Kundenbetreuung, der Zuverlässigkeit und dem Wertpapierordering, Nicht ganz überzeugen können das Endkundenportal, die Technik mit Avaloq, die Abwicklung in Bezug auf Steuern und die Kundenbetreuung.
Wir gratulieren der St. Galler Kantonalbank als beste Schweizer Depotbank für Kunden aus Deutschland und hoffen in einer der nächsten Ausgaben auf ein Interview und danken Georg Klein für die ersten Auskünfte.

Kategorie C: Fondsdepotbanken:
Bei den Fondsdepotbanken überzeugt nur die FIL-Fondsdepotbank (FFB) so richtig. Dies zeigt sich durch Zuverlässigkeit, WP-Ordering und Kundenbetreuung. Als Verbesserungspotentiale wurden Preispolitik, Innovation und Entwicklung genannt.
Die FNZ Bank SE (vormals ebase) liegt an zweiter Stelle und es wurde die Preispolitik positiv genannt, auch Innovation und Technik wurden vereinzelnd positiv erwähnt, aber es gibt auch erhebliche Verbesserungspotentiale mit dem Endkundenportal, Profiportal, Kundenbetreuung und WP-Ordering.Wir gratulieren der FIL Fondsbank (FFB) zum wieder zum Gewinn als „Beste Fondsdepotbank“ 2026.

Fazit
Insgesamt zeichnet die Auswertung unserer Umfrage zur Zufriedenheit mit den Depotbanken folgendes grobe Muster:
Erstens schaffen es einige wenige Depotbanken mit hoher Zufriedenheit kontinuierlich den Spagat in Qualität, Kundenbetreuung und Innovation zu meistern. Zweitens ist hohe Zufriedenheit in Deutschland nicht mit Begeisterung gleichzusetzen. Drittens haben die Gewinner in den 3 Kategorien einen Vorsprung in der Zufriedenheit Ihrer professionellen Kunden, den Sie bisher verteidigen, dieser stammt nach dem Blick in Details zum Großteil aus Engagement, Verständnis und Kundenorientierung. Viertens gibt es insgesamt Verbesserungen in der Zufriedenheit einzelner Segmente und fünftens ergeben sich einige sehr unterschiedliche Herausforderungen für die Depotbanken zu bewältigen.