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Die Macht der Marke – warum starke Brands zu den attraktivsten Geschäftsmodellen der Welt gehören

In vielen Branchen entscheiden heute nicht mehr nur Fabriken, Maschinen oder Patente über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Immer häufiger sind es immaterielle Faktoren – allen voran die Marke. Sie schafft Vertrauen, sorgt für Wiedererkennung und kann Unternehmen eine Preissetzungsmacht geben, die von Wettbewerbern nur schwer nachzuahmen ist.

Von Sarah Hentig, Portfoliomanagerin, Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG

Für Investoren lohnt sich daher ein genauer Blick auf Unternehmen mit starken Marken. Sie verfügen häufig über loyale Kunden, attraktive Gewinnmargen und Geschäftsmodelle, die auch in schwierigeren Marktphasen robust bleiben. Genau auf solche globalen Markenführer konzentriert sich der Investmentansatz des Top Global Brands.

Marken als ökonomischer Burggraben

In vielen Branchen kann eine starkeMarke einen Wettbewerbsvorteil schaffen, der nur schwer zu kopieren ist. Sie schafft Vertrauen, reduziert die Austauschbarkeit von Produkten und stärkt die Bindung zwischen Unternehmen und Kunden. Möglichen Konkurrenten wird so ein Markteintritt erschwert.

Wie nachhaltig dieser Effekt sein kann, zeigt ein Blick auf das jährliche Ranking der wertvollsten Marken der Welt von Interbrand. An der Spitze stehen seit Jahren Unternehmen wie Apple, Microsoft, Amazon und Google – Marken, die ihre Produkte mit starken Ökosystemen und Plattformen verknüpft haben und Konkurrenz auf Abstand halten.

Weitere Beispiele zeigen wie aus Markenstärke Netzwerkeffekte folgen: Meta Platforms oder Zahlungsnetzwerke wie Mastercard profitieren doppelt von der steigenden Zahl ihrer Nutzer, während in traditionelleren Branchen Markenvertrauen eine zentrale Rolle spielt – etwa bei Allianz, deren Marke weltweit für Stabilität und Verlässlichkeit steht.

Grafik 1: Die wertvollsten Marken der Welt; Quelle Interbrands Report 2025

Preissetzungsmacht als Schlüssel zum Erfolg

Einer der größten wirtschaftlichen Vorteile starker Marken ist ihre Preissetzungsmacht. Unternehmen mit klar positionierten Marken können Preissteigerungen häufig durchsetzen, ohne dass die Nachfrage wesentlich darunter leidet.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt im Mode-Luxussegment. Marken wie Hermès, LVMH oder Ralph Lauren stehen nicht nur für Produkte, sondern für ein bestimmtes Lebensgefühl und eine klar definierte Markenidentität. Diese emotionale Bindung ermöglicht es den Unternehmen, ihre Produkte im Premiumsegment zu positionieren und langfristig hohe Margen zu erzielen.

Für Investoren ist genau diese Kombination aus Markenstärke, Preissetzungsmacht und Profitabilität ein entscheidender Faktor für nachhaltige Wertschöpfung.

Grafik 2: Strategie Top Global Brands, eigene Darstellung, Performance nach Kosten 03/26

Warum nicht jede Marke ein gutes Investment ist

So wertvoll eine starke Marke sein kann – sie ist kein Garant für Börsenerfolg. Marken können über die Zeit an Strahlkraft verlieren, was meistens auch in nachlassende operative Dynamik mündet – man denke an zwar bekannte Namen, die heute allerdings kaum noch eine Rolle spielen.

Gerade hier zeigt sich der Wert eines aktiven Investmentansatzes. Aktives Management bedeutet nicht nur, überzeugende Unternehmen zu identifizieren, sondern sich auch konsequent von Positionen zu trennen, wenn die Investmentthese nicht mehr trägt.

So haben wir uns im Jahresverlauf beispielsweise von HelloFresh und BYD getrennt. Trotz bekannter Marken und attraktiver Märkte konnten beide Titel unsere Anforderungen an technische Stärke und operative Dynamik zuletzt nicht mehr erfüllen.

Der Investmentansatz: selektiv in globale Markenführer investieren

Genau aus diesem Grund verfolgt der Top Global Brands (A2PEMK) einen selektiven Ansatz. Ziel ist es, Unternehmen zu identifizieren, deren Marken nicht nur bekannt, sondern auch wirtschaftlich besonders wertvoll sind. Dabei analysieren wir unter anderem:

  • Attraktivität der Marke
  • Operative Stärke und Preissetzungsmacht
  • Technische Stärke

Nur wenn diese Faktoren zusammenkommen, entsteht aus einer bekannten Marke auch ein überzeugendes Investment.

Fazit

Starke Marken gehören zu den wertvollsten immateriellen Vermögenswerten der modernen Wirtschaft. Sie schaffen Vertrauen, ermöglichen Preissetzungsmacht und bilden häufig die Grundlage für außergewöhnlich profitable Geschäftsmodelle. Für Investoren können sie daher ein entscheidender Faktor für langfristigen Anlageerfolg sein – vorausgesetzt, man wählt die richtigen Unternehmen aus.

Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG, info@albrech.com

David Bienbeck und Sarah Hentig

Autoren

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